- 23. Juli 2016 -

Tagesgedanken vom 23.07.2016

Das Lächeln

 

Mit einem strahlenden Lächeln begrüßte sie uns und wir freuten uns, sie wieder zu sehen.

Einer stellte die entscheidende Frage und der liebevoll fröhliche Ausdruck auf ihrem Gesicht verschwand.  Von einer Sekunde auf die andere zeigten sich tiefe Schatten und ihr warmherziges Gesicht sprach von Kummer, Besorgnis und Angst. Nüchtern und sachlich kam die Antwort .

Die lockere und entspannte Stimmung änderte  sich – schlagartig, - während sich die Aufmerksamkeit den  neuerlichen Schlagzeilen , die ihr Land betrafen, zuwendeten, ihre Familie, ihr einstiges Zuhause.

Essen wurde zur Nebensache, untermalt von ernsten Gedanken, Missmut und Zwietracht.

Alles war mit einem Mal anders.

Was genau passierte da gerade? Schlagzeilen übernahmen die Macht, verwandelten schöne Gefühle in Schrecken, Wut und Traurigkeit und die Urheber hatten wahrhaft ganze Arbeit geleistet.
Die Welt mit samt ihren Einwohnern, wendete sich ihnen zu und was im Kleinen begann, wurde mit einem Mal riesengroß.

Wie wirkt sich das aus, wenn die ganze Welt ihr Augenmerk tagtäglich in Richtung der neuesten Ereignisse wendet? Wie geehrt müssen sich die Urheber fühlen? Von jetzt auf gleich zum Medienstar, der Weg ist Nebensache. Und was macht das mit den Anderen…?

Man mag meinen, wir wollten nur das Positive sehen, die rosarote Brille aufsetzen, wenn wir unsere Aufmerksamkeit von diesen Themen ab ziehen, doch weit gefehlt.

Wir sollten uns einer Sache bewusst sein: was auch immer wir mit unserer Aufmerksamkeit füttern, wächst. Das ist schon  bei kleinen Kindern so.

Die Menschen in sogenannten Krisengebieten haben mein tief empfundenes Mitgefühl und ich wünsche ihnen, ebenso wie den Seelen der Betroffenen, von ganzem Herzen Frieden und Gottes Segen auf ihrem Weg.

Für mich selbst habe ich seit langem entschieden, Nachrichten und dergleichen  sein zu lassen und es geht mir ausgesprochen gut damit. Die Dinge die wirklich wichtig für mich sind, erreichen mich ohnehin.

Was genau machen solche Informationen mit uns Menschen?  Ich denke, die obige Geschichte spricht für sich..

Seine Aufmerksamkeit anderen Dingen zuwenden heißt weder, etwas zu ignorieren, noch an der Realität vorbei leben.

Im Klartext bedeutet es, das Feld, das ich säe und bestelle, ist das Feld, das ich in meinem Leben ernte.
Wenn ich mir wünsche, dass das große weite Feld, das wir unsere Erde nennen, friedvoll bestellt sein soll, dann kann ich nur mit meinem eigenen Feld beginnen.
Ich ändere weder etwas, wenn ich mich über sogenannte Missstände auf-rege, noch wenn ich mich für eine Sache durch Mit-Leid auf-opfere. Im Gegenteil, ich schade mir selbst, meinem Umfeld und nehme mir damit die Möglichkeit, etwas zu tun.

Wut, Hass und Angst lähmen uns Menschen in unserer Handlungsfähigkeit, mehr noch, sie haben eine Selbst-zerstörerische Wirkung und das wirkt sich ebenso auf das Gesamte aus.

Was tue ich also stattdessen? Ich baue ein Feld des Friedens und der Liebe auf, wo immer es in meinen Möglichkeiten steht.

Meine Aufmerksamkeit wende ich  dem zu, was unser Leben leichter, schöner und glücklicher macht.

Dabei setze ich  Akzente, die manchmal vielleicht zum Nachdenken anregen oder auch ein kleines Lächeln in unser Herz zaubern können.

Was genau würde ich ändern, wenn ich mich stattdessen in den großen Strom einreihte und von äußeren Einflüssen aus Angst und Schrecken prägen ließe?

Ändern kann ich mich selbst, meine Sichtweise, meinen Umgang und mein Leben und ich kann dort agieren, wo es in meiner Macht steht.

Was ich sehen kann, ist, wenn ich lächele, kommt ein Lächeln zurück…

 

© Isabelle Hassan, Diandra-Circle Concept